Das Monatsmolekel im Mai

Herzlich Willkommen zum Monatsmolekel !

Ethanol hat mit doppelt sovielen Stimmen wie das zweitplatzierte Dihydrogenmonoxid die Facebook-Abstimmung zum Monatsmolekel gewonnen. Dazu herzlichen Glückwunsch.

Ethanol, chemisch einfach beschreibbar als einfacher Alkohol des Ethans, C2H5OH oder EtOH, ist in seiner geschichtlichen, kulturellen und berauschenden Bedeutung kaum knapp darstellbar.

JedeR weiß, dass Bier und Wein in Maßen gesund und in Massen ungesund sind. Dass Ethanol konservierend wirkt weiß man auch nicht erst seit Goethe. Im Labor wird Ethanol als preiswertes Lösungsmittel für polare Stoffe genutzt, wobei zu beachten ist, dass Probleme scheinbar lipophil sind.
Alle Pros wie Williams Birne und Contras wie hohle Birne werden an vielen Stellen mit sämtlichen (un)politischen und (un)religiösen Einfärbungen schier endlos diskutiert. Wollen wir uns das sparen ? Ja wir sparen das !

Dann zu guter Letzt zu einem noch recht unbekannten Fakt:

Alkohol stellt eine Mesomerie zum Hund dar.
Hier der Beweis:

Du, bester Freund der Menschen, hast dir deinen Titel verdient !

Prost !

Neue Domain !~~!

laborratten.blogsport.de ist nun auch über die kürzere URL www.laborratten.org zu erreichen !!

Ausserdem gibts bald wieder was Neues… versprochen…

Ohne Kommentar

H2O2
FFFFFFFFUUUUUUUUUUUUUUU
Mehr kommen heute Abend :-)
und nun ist heute Abend:








Das kostenlose BAYER-Forschungsmagazin

Hier wurde schonmal das kostenlose Laborwelt-Abo vorgestellt.
Für Viele waren in der Laborwelt allerdings die Themenblöcke zu spezifisch. Einmal waren die Nucleinsäuren zu sequenziert, ein anderes Mal die Zentrifugen zu ultra. Kurz gesagt: Für Einige zu biotechnologisch.

Deshalb möchte ich eine weitere kostenlose Zeitschrift vorstellen:

RESEARCH DAS BAYER-FORSCHUNGSMAGAZIN

Quelle: http://www.bnc.bayer.com/bayer/

Ja, es ist kein unabhängiges Wissenschaftsmagazin.

Dafür sind die Themen genauso breit aufgestellt wie das Unternehmen selbst.
So kann in einem Heft (rund 100 Seiten) neben einem Ansatz für personalisierte Krebstherapie, das Elektroauto und eine Hightech-Erdbebentapete behandelt werden. Der Schreibstil ist leicht verständlich, wobei aber nicht das Gefühl aufkommt, dass einem was vorenthalten wird, zudem findet man am Ende der Artikel Links zu weiterführenden Informationen.

Als besonderes Schmankerl gibt es das Forschungsmagazin neben deutsch noch in spanisch und englisch. Also eine super Gelegenheit fachspezifische Vokabeln mal aufzufrischen !

Ökologisch sinnvoll: Die Online-Portal : http://www.research.bayer.de/
Für auf die Hand: http://www.bayer.de/de/research.aspx

Einfache LSD-Synthese

Warum diese Überschrift ?

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber sobald ich erwähne mich im Spannungsfeld zwischen Chemie, Pharmazie und der Natur zu bewegen, ist zu 40 % die erste Frage danach: „Boah, kannst du denn schon LSD herstellen ?“

Meine übliche Reaktion war bisher klarzustellen, wie schwer eine derartige Synthese tatsächlich ist. Unzählige Schritte, instabile Zwischenprodukte, Giftige Ausgangsverbindungen und Zwischenprodukte (ganz abgesehen von der Anlage I, BtmG und GÜG)
In meinen Erklärungsversuchen fallen große Namen wie Hofmann oder Shulgin, welche sich im Bereich der (psychoaktiven) (Natur)stoffsynthesen verdient gemacht haben und mit denen ich mich nichtmal im gleichen Treppenhaus wähne, geschweige denn auf einer Stufe. Viele denken wohl es gibt die die Chemie können und die dies nicht können. Oh ich merke ich verliere mich in nem Nebenthema… Schreit nach nen späteren Eintrag…

Zurück zum Thema:

Die übliche „Absage“ wird langsam langweilig und führt bei den Fragenden meist zur Enttäuschung. Deshalb hier eine neue Antwortmöglichkeit:

Die lustige LSD-Synthese für Groß und Klein

Die Vorschrift gilt selbstverständlich nur der theoretischen Diskussion ! Zudem ist sie völliger Schwachsinn. Dennoch sollte von Anfang an mit Schutzkleidung in einen gut durchlüfteten Raum gearbeitet werden ! Offene Flammen und Kontakt mit Lebensmittel sind zu vermeiden !

Nun aber ran an die imaginierten Kolben :

Ich möchte etwas ausholen :

LSD, Lysergsäurediethylamid, oder wie es die IUPAC so schön ausdrückt „(6aR,9R)-N,N-diethyl-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]quinoline-9-carboxamide“ ist in der „Szene“ unter den Begriffen Acid oder Trip bekannt.
LSD ist ein halbsynthetisches Produkt aus dem Ergotamin. Ergotamin ist also eine Vorstufe von LSD, was uns sehr viel Arbeit erleichtern wird.
Ergotamin wird vom auf Roggen schmarotzenden Pilz Claviceps purpurea (Fr.) Tul. produziert. Industriell werden die sogenannten Mutterkörner geerntet und extrahiert. Für die hier dargestellten Mengen, reicht es allerdings aus Roggenbier (z.B. Paulaner Roggen) zu extrahieren, da Ergotamin während dem Brauen nicht zerstört wird.

Nun gehts aber wirklich los:

1. Kaufe 6+X Flaschen Roggenbier, fülle etwas davon in einen Topf und erwärme die Flüßigkeit.
Wenn etwas Wasser und Alkohol verdampft sind, wird mit frischem Bier wieder auf den Ausgangsfüllstand aufgefüllt.
Während diesen Vorgang wird das Ergotamin immer mehr konzentriert, da es nicht verdampft. Wichtig ist jedoch, nicht zu heftig zu kochen, da das Ergotamin sonst zerstört werden könnte.
Dieser Schritt ist mit bis zu 24 Stunden der zeitaufwendigste, aber Geduld zahlt sich am Ende aus !

2. Die verbleibende zähflüssige Lösung ist durch das leicht saure Ergotamin zu sauer für Schritt 3. Deshalb müssen wir eine leichte Base hinzufügen, um das Ergotamin-Salz zu bilden. Achtung ! Natronlauge und Ähnliches wäre viel zu aggressiv ! Am Besten eignet sich deshalb Milch. Es sollte möglichst Fettfreie Milch verwendet werden um die späteren Reaktionen nicht zu stören. Pro Flasche Bier müssen etwa 10 ml Milch zugegeben werden. Wenn man anschließend noch 20 ml Überschuss hinzugibt, kann man sich das überprüfen des pH-Wertes sparen. Nach etwa 20 Minuten sollte sich das gewünschte Gleichgewicht eingestellt haben.
Wenn nicht gleich weitergearbeitet wird ist es notwendig die Flüssigkeit zu kühlen !

3. Um aus dem Ergotamin die Lysergsäure herzustellen muss an den Ergotamingrundkörper ein Lysin-Rest angefügt werden. Ich spare mir hier weitere chemische Exkursionen und komme gleich zum Praktischen:
Lysin ist eine essentielle Aminosäure und sollte in Vital-Läden, bei Schlecker oder in Apotheken erhältlich sein. Benötigt werden etwa 2 g Lysin. Wenn das Lysin noch kein Pulver ist, muss es zu Pulver verrieben werden. Anschließend kann das Pulver während leichtem Rühren der kalten Ergotamin-Lösung zugeführt werden. Um die Reaktion vollständig zu beenden muss nun kurz leicht erwärmt werden. Die Lösung darf nicht kochen !!!

Wir haben nun eine Lysergsäurelösung.

4 Die nächsten Schritte sind ganz logisch. Um von Lysergsäure zu Lysergsäure-diethyl-amid zu kommen müssen wir die Substanz Ethylieren und anschließend mit Ammoniak behandeln.

Um die zwei Ethyl-Reste anzufügen muss Ethanol (bei Zimmertemperatur) zugegeben werden. Optimal wäre reiner Ethanol, aber ein hochprozentiger Rum sollte es auch tun (da wir eh eine wässrige Lösung haben). Achtung bei Spiritus ! Der ist oft vergällt ! Diesen nicht verwenden !!
Vom puren Alkohol benötigt man rund 100 ml, von verdünnten entwprechend mehr.
Nun muss die Lösung erneut leicht gekocht werden (mit Deckel, um den Alkohol während der Reaktion nicht zu verlieren).
Die Alkoholgruppen (-OH) vom Alkohol reagieren nun mit den sauren H-Atomen der Lysergsäure (R-COO-H) zur Wasser (H2O). Da diese Reaktion keine Gleichgewichtsreaktion ist (Wasser ist zu stabil um zurück zu reagieren) sollten nach 15 Minuten alle Ethyl-Reste (aus dem Ethanol) fest an der Lysergsäure haften.

5. Als letzter Schritt muss nun Ammoniak zugefügt werden um aus unserer Verbindung das Amin herzustellen.
Dazu werden 40 ml Ammoniak-Lösung in die Lösung aus Schritt 4 gegeben.
Da diese entscheidende Reaktion bei Zimmertemperatur sehr langsam abläuft, wir beim Erwärmen das neugebildete Amin sofort wieder zerstören würden, kann von einer vollständigen Reaktion erst nach etwa 3 Tagen ausgegangen werden. Auch hier ist die Wartezeit wieder absolut notwendig.

6. Um den nicht abreagiert/überschüßigen Ammoniak zu neutralisieren können wir solange Zitronensäure zufügen bis es nichtmehr nach Ammoniak riecht. Der pH-Wert sollte unbedingt überprüft werden.
Gratulation !!! Die LSD-Synthese ist nun abgeschlossen.

_………… ____….____
| |………. / ___|….| _ \
| |…………\___ \…| | | |
| |___ ___) |…| | | |
|_____|____/….|___/

Achtung beim Umgang mit dem Produkt !!! Je nach Synthesebedingungen können sich im Topf über 1 Million Einzeltropfen befinden !!
Wer hier keine Handschuhe trägt, ist verrückt oder wird es !
3-4 Tropfen sollten in etwa einer Dosis entsprechen, aber um die richtige Dosis rauszufinden sollte bei 0,5 – 1 Tropfen angefangen werden !



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (14)